Volksbank mit Geschäftsjahr sehr zufrieden

Pforzheim, 21.05.2019

Pforzheim: Rundum zufriedene Gesichter am 21. Mai 2019 im CongressCentrum Pforzheim und ein glänzender Abschied für den scheidenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats: Mit wachsendem Kundengeschäft und weiteren Zuführungen zum Eigenkapitalpolster präsentierte die Volksbank Pforzheim ihren Mitgliedervertretern ein sehr gutes Geschäftsergebnis. Die Mitglieder dürfen erneut mit einer weit über der Marktverzinsung liegenden Dividende von 4 % am Erfolg teilhaben. Der Aufsichtsratsvorsitzende, Herr Dr. Gerhard Bossert, scheidet aufgrund Erreichens der satzungsmäßigen Altersgrenze aus dem Aufsichtsrat aus. In seinem Rückblick würdigt er nochmals die genossenschaftliche Idee.

 

Genossenschaftliche Werte hoch im Kurs

Nach insgesamt 23 Amtsjahren im Aufsichtsrat der Volksbank Pforzheim schied Dr. Gerhard Bossert mit dem Ende der diesjährigen Vertreterversammlung aus dem Gremium aus. In den vergangenen 19 Jahren hatte er das genossenschaftliche Institut an der Spitze des Aufsichtsrats geleitet. Als Genossenschaftler mit Herz und Seele betonte er dann auch in seiner Eröffnungsrede, zugleich seine letzte in diesem Amt, nochmals die genossenschaftlichen Werte.

„Mit dem Wohl der Mitglieder im Fokus, und dem Streben nach langfristiger Nachhaltigkeit statt kurzfristiger Gewinnmaximierung, gewinnt die Genossenschaftsidee heute wieder eine immer stärkere Bedeutung“, sagt Dr. Bossert.

Mit einem kurzen Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr, zugleich das Jubiläumsjahr „150 Jahre Volksbank Pforzheim“, leitete Jürgen Zachmann als Vorstandsvorsitzender seine Ausführungen ein. Neben den zahlreichen Veranstaltungen und Höhepunkten im Jubiläumsjahr sei ihm persönlich die Spendenaktion besonders im Gedächtnis geblieben. Fünfzehn Mal 10.000 Euro gingen an Institutionen in der Region. „Die positiven Erlebnisse und die Freude bei den Spendenübergaben haben uns dazu bewogen, zwar in etwas kleinerem Umfang, aber in ähnlicher Form, weiter zu machen. Auf diese Weise können und wollen wir etwas von unserem Erfolg zurückgeben“, erklärte Zachmann.

Genossenschaftliche Werte stünden in der Gesellschaft wieder hoch im Kurs, stellte auch der Volksbank-Chef fest und erinnerte an die Gründungszeiten: „Der Blick für die Not von anderen, dort einen Beitrag zu leisten wo andere sich nicht selbst helfen können, gehört zum Wesen des nachhaltigen Geschäftsmodells der Genossenschaftsbanken. Es war der Gründungszweck jeder Volks- und Raiffeisenbank eine Not zu lindern und Verantwortung für ihre Mitglieder und für eine ganze Region zu übernehmen.“ Es seien auch heute noch gerade die örtlichen, regional agierenden Genossenschaftsbanken, die bundesweit sozial, nachhaltig und gesellschaftlich wertvoll ihren Beitrag für das Wohl vieler Menschen, Organisationen und Vereine leisteten. Dieser Bedeutung müsse man sich bewusst sein – hierzulande aber auch in der europäischen Politik, wünscht sich Zachmann.  

 

Teilhabe am Wirtschaftswachstum – eine Frage des Gemeinwohls

Angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase und damit verbundener Vermögenseinbußen ändere sich das Anlegerverhalten weiterhin nur sehr langsam, erklärte Zachmann. Die fraglos gut gemeinte Regulatorik trage leider in vielen Fällen dazu bei, dass Anleger ihre Geschäfte online tätigten, also ganz ohne Beratung, oder gar Wertpapiere völlig vermieden, um dem komplizierten und oft langwierigen Procedere zu entgehen. Dies konterkariere die angestrebte Wertpapierkultur.

Die politische Diskussion der vergangenen Wochen schürt nach Meinung des Bankvorstands weitere Unsicherheit in der Bevölkerung. Sozialistische Gedankenspiele zur Kollektivierung von Aktiengesellschaften, oder gar Enteignungen, seien nicht hilfreich. Viel vernünftiger sei es dahin zu kommen, dass Menschen ihr Geld unter Abwägung individueller Ziele und Wünsche, und im Rahmen einer sinnvollen Streuung, in Produktivkapital investieren und auf diese Weise am Wirtschaftswachstum teilhaben. Auch hier seien die Genossenschaften Vorbild, hob Zachmann hervor, sowohl im Rahmen einer entsprechenden Beratung, als auch kraft Rechtsform und Satzung: „Wir sind eine Gemeinschaft, die nicht kurzfristige Gewinninteressen eines Einzelnen in den Vordergrund stellt, sondern das Gemeinwohl und die wirtschaftliche Förderung unserer Mitglieder, die Teilhaber unserer Bank sind.“

 

Beratungsqualität erneut mehrfach ausgezeichnet

Die Qualität ihrer Beratung hat die Volksbank Pforzheim eG Anfang des Jahres erneut unter Beweis gestellt. Bei mehreren unabhängigen Verbrauchertests belegte die Bank regionale Spitzenplätze. Die Tester von Focus Money CityContest erklärten die Volksbank gleich zwei Mal zum Testsieger, nämlich in der Geschäftskunden- und in der Privatkundenberatung. Auch beim Vergleichstest der Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH (GfQ) landete die Volksbank auf dem ersten Platz – inzwischen zum dritten Mal in Folge. Die GfQ erneuerte damit die Wertung „Beste Bank vor Ort“ in den beiden Kategorien Gewerbe- und Privatkundenberatung.

Der scheidende Aufsichtsratsvorsitzende, Herr Dr. Gerhard Bossert, sprach den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bank hierfür seinen besonderen Dank aus. „Diese Ergebnisse bestätigen uns einerseits auf dem eingeschlagenen Weg und spornen uns andererseits zu weiteren Bestleistungen an“, freute sich Dr. Bossert.

 

Wirtschaftliche Entwicklung

Die positive Entwicklung der Volksbank Pforzheim im Geschäftsjahr 2018 sorgte bei Aufsichtsrat und Vorstand gleichermaßen für zufriedene Gesichter.

Kreditvergabe erneut gestiegen
Das betreute Kundenkreditvolumen der Bank legte um 4,8 % auf rund 1,8 Mrd. EUR kräftig zu und liegt damit wieder deutlich über dem Vorjahresniveau. Zachmann betonte, dass sowohl Firmenkunden, als auch Privatkunden zu dieser sehr erfreulichen Entwicklung beigetragen haben. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsen wurden im Privatkundengeschäft erneut vor allem Immobilienfinanzierungen mit langer Zinsbindung nachgefragt. Die rege Investitionstätigkeit der gewerblichen Kunden sorgte für zusätzliche Wachstumsimpulse im Kreditgeschäft.

Beim Schritt in die Selbstständigkeit vertrauten im abgelaufenen Geschäftsjahr 92 Existenzgründer auf die Expertise der Volksbank. Der Anteil der innovativen Neugründungen erhöhte sich dabei auf etwa 13 %. „Der Wirtschaftsstandort ist aufgrund seiner guten Infrastruktur gerade auch für Unternehmen des digitalen Sektors attraktiv“, kommentierte Zachmann diese Entwicklung. Auch Unternehmensnachfolgen in größerer Zahl konnte die Bank im vergangenen Jahr wieder begleiten.

Wachstum bei bilanziellen Kundeneinlagen
Die bilanziellen Kundengelder legten mit 3,4 % nochmals kräftig zu. Trotz dieser Entwicklung zeigte sich das betreute Kundenanlagevolumen insgesamt leicht rückläufig. Neben größeren Mittelabflüssen von institutionellen Anlegern sei dies auf stark negative Marktbewegungen an den Kapitalmärkten zum Jahresende zurückzuführen, erläuterte Zachmann. Im Rahmen der genossenschaftlichen Beratung konzentriere sich die Volksbank weiterhin auf die Kundenbedürfnisse, von der umfassenden Aufnahme der individuellen Kundensituation bis zur Herleitung eines maßgeschneiderten Lösungskonzepts. Man unterstütze die Kunden insbesondere dabei, sich durch sinnvolle Streuung und regelmäßiges Sparen Wünsche zu erfüllen und ein Vorsorgepolster aufzubauen, sagte Zachmann dazu.

Das derzeitige Marktumfeld mit andauernden Niedrigzinsen verlange nach einem ausgewogenen Portfolio mit gesundem Mischungsverhältnis inkl. Substanzwerten wie Aktien, bzw. entsprechenden Fonds. Bei vielen Kunden überwiege jedoch die Unsicherheit beim Thema Wertpapiergeschäft. Andere wiederum schätzten ihren Liquiditätsbedarf eher zu hoch ein und verlören dadurch Geld. „Es gehört zum Wesen einer Genossenschaft und zu unserem satzungsmäßig verankerten Förderauftrag, unseren Mitgliedern und Kunden alternative Anlagemöglichkeiten aufzuzeigen“, sagte Jürgen Zachmann dazu. Letztlich stünden die Kundenwünsche jedoch immer an erster Stelle.

 

Entwicklungszahlen 2018

Die Bilanzsumme der Bank schmolz leicht auf 2.741 Mio. Euro ab. Ursache dafür sei die planmäßige Verminderung des Eigengeschäfts, welches aufgrund des Mangels an Anlagealternativen durch das Ankaufprogramm der Europäischen Zentralbank sukzessive zurückgefahren wird. Die Bilanzentwicklung sei bewusst gesteuert.

Das Provisionsergebnis blieb erfreulich stabil. Mit dem Ergebnis von 20,1 Mio. EUR sei man sehr zufrieden. Die Verwaltungsaufwendungen habe die Volksbank aufgrund stringenter Kostendisziplin fest im Griff.

Das Eigenkapital als eine der wichtigsten aufsichtsrechtlichen Größen erreicht nunmehr ein Volumen von 258 Mio. EUR. Das entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von etwa 3,2 Prozent „Während andere Institute an dieser Stelle große Probleme haben, haben wir es geschafft unser Eigenkapital in den letzten zehn Jahren nahezu zu verdoppeln – auf diese tolle wirtschaftliche Entwicklung sind wir mehr als stolz“, freute sich Jürgen Zachmann. Dennoch werde das Eigenkapital weiter aufgestockt, um die Risikotragfähigkeit nachhaltig abzusichern.

 

Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern

Mit der Vertreterversammlung 2019 endeten turnusmäßig die Amtszeiten von Christine Dobler und Frank Neuner. Sie wurden von der Versammlung wiedergewählt.

Der bis zum Ende der Veranstaltung amtierende Vorsitzende des Aufsichtsrats, Dr. Gerhard Bossert, schied nach 23 Jahren im Aufsichtsrat der Volksbank Pforzheim, davon 19 Jahre als dessen Vorsitzender, aufgrund Erreichens der satzungsmäßigen Altersgrenze aus dem Gremium aus. Für sein Engagement ehrte ihn Monika van Beek, Verbandsdirektorin und Mitglied des Vorstands des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes, mit der silbernen Ehrennadel mit Urkunde, einer hohen Auszeichnung in der genossenschaftlichen Welt. Neues Mitglied des Aufsichtsrats wird Notar Wulf Oppelt, der von der Versammlung gewählt wurde.

 

Ausblick

Die Geschäftslage der Bank sieht Zachmann durchweg positiv. Mit den vorliegenden Geschäftszahlen, einem moderaten Kundenwachstum und leichten Mitgliederzuwächsen stehe das Geschäftsmodell auf einem festen Fundament.

Mitglieder der Volksbank Pforzheim können am Erfolg teilhaben und von exklusiven Mitgliedervorteilen profitieren, hob Zachmann gegen Ende seiner Ausführungen nochmals hervor. Neben der Dividende ging er dabei besonders auf das neue Mitglieder-Plus im Versicherungsgeschäft in Zusammenarbeit mit der R+V Versicherung ein. Zusätzlich zum Beitragsrabatt, der für Mitglieder ohnehin schon gelte, gäbe es jetzt die Möglichkeit, bei gutem Schadenverlauf jedes Jahr bis zu 10 Prozent der gezahlten Versicherungsbeiträge zurück zu bekommen.

Auf die teilweise disruptiven Veränderungen durch die Digitalisierung stelle sich die genossenschaftliche Organisation proaktiv ein und transferiere inhärente Stärken in das digitale Zeitalter, berichtete Zachmann selbstbewusst. Dafür sprächen sowohl das bereits bestehende Leistungsspektrum als auch kommende Entwicklungen in der IT-Landschaft der Organisation. „Ziel ist es, an der Schnittstelle zum Kunden ein System zu haben, das geräte- und plattformübergreifend begeistert“. Hieran werde derzeit mit Hochdruck gearbeitet. Die persönliche Beratung werde jedoch bei aller Digitalisierung immer das Fundament der Geschäftsphilosophie bleiben.

Auf der Wilferdinger Höhe bahnt sich indes ein Standortwechsel der Filiale in der Wilhelm-Becker-Straße (Kaufland) an. Die Filiale zieht im Herbst in die Mannheimer Straße um und wird dort im Stahlgruber/Windbiel-Gebäude – etwa 200m Luftlinie entfernt – ihr neues Domizil beziehen. Für persönliche Beratungsgespräche stehen vier klimatisierte und diskrete Zimmer zur Verfügung. „Modernes Design, frische Farben und lichtdurchflutete Räume werden das Ambiente prägen“, kündigte Jürgen Zachmann an. Die Filiale hat im Eingangsbereich ein großzügig gestaltetes SB-Kundencenter für alle Geldgeschäfte des täglichen Bedarfs wie z. B. Ein- und Auszahlungen. Dieses wird täglich zwischen 6:00 bis 24:00 Uhr zugänglich sein. Die Filiale ist barrierefrei zu erreichen. Zudem stehen zahlreiche Parkplätze zur Verfügung. Geplantes Eröffnungsdatum ist der 21. September 2019.

 

Terminvormerkung

Die nächste Vertreterversammlung findet am 13. Mai 2020 um 17:00 Uhr im CongressCentrum Pforzheim statt.